„Selbstfürsorge ist voll egoistisch!“, „Du musst einfach mal durchatmen, dann steckst du die Überstunden besser weg!“ oder „Pausen musst du dir erst verdienen!“ – solche oder ähnliche Sätze haben die meisten von uns schon gehört, vielleicht sogar selbst gedacht.
Gerade Fachkräfte aus dem psychosozialen Feld wissen um die Bedeutung von Selbstfürsorge – schließlich ist die Arbeit mit Menschen oft emotional fordernd und braucht bewusste Achtsamkeit für die eigenen Grenzen. Und doch ist Selbstfürsorge häufig mit Ambivalenzen belegt: Neben Wohlbefinden, Leichtigkeit und Entspannung zeigen sich auch Gefühle von Druck, Versagen oder Widerstand. Hinzu kommen berufliche Strukturen, die eine wirklich selbstfürsorgliche Haltung – jenseits von Gesichtsmasken und Wellnessritualen – erschweren und nachhaltiges Wohlbefinden erschweren können.
Welche inneren und äußeren Dynamiken wirken hier? Welche Glaubenssätze, Muster und Strukturen stehen uns im Weg? Und wie kann es gelingen, eine selbstfürsorgliche Haltung zu entwickeln, die uns auch im (Berufs-)Alltag trägt?
Im Seminar betrachten wir Selbstfürsorge aus einer systemischen Perspektive: Wir beleuchten, wie individuelle Selbstfürsorge an persönliche, strukturelle und gesellschaftliche Grenzen stößt – und wo sie dennoch kraftvoll wirksam werden kann. Mit Methoden aus der Systemik, Sozialpädagogik und Achtsamkeitspraxis sowie durch Körper- und Atemübungen erproben wir, wie sich eine selbstfürsorgliche Haltung anfühlt und wie sie zu einem realen Unterschied im (Berufs-)Alltag beitragen kann.
So wird Selbstfürsorge weder zum zusätzlichen To-do noch zum oberflächlichen Pflaster für herausfordernde Arbeitsbedingungen – sondern zu einer Haltung, die nachhaltiges und echtes Wohlbefinden ermöglicht.
Das Seminar startet am Freitag, den 06.11.2026 um 15:00 Uhr.